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Legionellen-Bekämpfung

Geschichte und Entstehung der Legionärskrankheit

Im Jahre 1976 kam es bei einem Treffen amerikanischer Kriegsveteranen in einem Hotel in Philadelphia zu einer Epidemie mit 180 Erkrankungen und 29 Todesfällen, wobei bei den Betroffenen lungenentzündungsartige Symptome auftraten. Diese neuartige Erkrankung erhielt den Namen „Legionärskrankheit“ und entsprechend wurde das erst 1977 entdeckte Bakterium, das die Krankheit auslöst, Legionella genannt. Ihr häufigster Vertreter (und Auslöser in diesem Fall) ist Legionella pneumophila. Es stellte sich heraus, dass die Bakterien durch die Klimaanlage des Hotels verteilt worden waren. Legionellen sind eigentlich ein natürlicher Bestandteil der Mikroflora des Wassers. Bei gesunden Menschen ergeben sich in der Regel keine medizinischen Probleme durch den Kontakt mit Legionellen. Legionella in der mikroskopischen Ansicht Gefährlich werden Legionellen für den Menschen jedoch immer dann, wenn eine hohe Konzentration an Legionellen auftritt, die über Aerosolbildung (Wasserdampf, Wassernebel durch Duschen, Klimaanlagen o.Ä.) verteilt und eingeatmet wird. Bereits eine kurze Kontaktzeit genügt hier, um auch bei gesunden Menschen eine Infektion hervorzurufen. Bei geschwächter Immunabwehr (hohes Alter, andere Erkrankungen, Raucher) kann die Erkrankung tödlich verlaufen, wenn sie nicht innerhalb der ersten vier Tage behandelt wird. Generell bieten Warmwassersysteme mit geringem Durchsatz, Stagnationsstrecken oder schlecht gewarteten Boilern ideale Wachstumsbedingungen für Legionellen. Besonders im Temperaturbereich von 30-50° C vermehren sich die Legionellen stark.

Legionellenbekämpfung - Vergleich verschiedener Behandlungsansätze

Thermische Behandlung Legionellen beginnen bei Temperaturen oberhalb 60°C abzusterben, so dass rein technisch gesehen eine thermische Bekämpfung durch Erhitzen der infizierten Wasseranlage möglich wäre. In der Praxis ergeben sich allerdings erhebliche Probleme bei dieser Art der Bekämpfung. Um die Legionellen vollständig abzutöten, müsste über mehrere Minuten eine Temperatur von 70-80° C im gesamten Leitungssystem eingestellt werden. Dies ist bei gängigen Installationen jedoch nicht zu erreichen, da das Wasser bis zu den Entnahmestellen wieder abkühlt und unter Umständen auch nicht alle Entnahmestellen erreichbar sind (z.B. in Wohnanlagen). Weiterhin entstehen hohe Energiekosten, es besteht akute Verbrühungsgefahr, wenn die Entnahmestellen frei zugänglich sind und es kann zu erhöhten Kalkausfällungen mit entsprechenden Schäden im System kommen.

UV-Behandlung

Die UV-Behandlung kann bei geringer bakterieller Belastung des Wassers einen ausreichenden Schutz bieten. Bei hohen Legionellenkonzentrationen hat sich jedoch herausgestellt, dass die Abtötungsrate zu niedrig ist und eine zusätzliche Schockbehandlung mit Chlor oder Chlordioxid nötig ist. Um eine ausreichende Strahlungsintensität an UV-Licht zu erzeugen, sind relativ große Geräte erforderlich. Erfolgt trotzdem nur eine teilweise Zerstörung der Legionellen, so ist die ganze Maßnahme erfolglos. Wir empfehlen Ihnen daher eine ausschließliche Behandlung mit unserer Chlor/Chlordioxid-Produktkombination, um den zusätzlichen Aufwand einer UV-Anlage zu vermeiden.

Mikrofilter

Mikrofilter mit semipermeablen Membranen können Bakterien, Viren, Schwebstoffe und andere unerwünschte Elemente aus dem Wasser filtern, allerdings ist dies kein ausreichender Schutz gegen Legionellen und andere Mikroorganismen, da durch Rückverkeimung von der Zapfstelle her die Leitung hinter dem Filter erneut befallen werden kann.

Chemische Behandlung mit Chlordioxid

Zur Stoßbehandlung von befallenen Wassersystemen empfehlen wir unser Produkt FC 13 (Wirkstoff: Chlordioxid). Chlordioxid wirkt stark oxidierend und greift damit Mikroorganismen wie Legionellen effektiv an. Es wirkt ca. 2,5 mal stärker als Chlor und ist damit in der Lage, auch stark befallene Systeme zu sanieren und Biofilme zu unterwandern. Je nach Stärke des Befalls ist eine unterschiedliche Konzentration und Einwirkzeit erforderlich. Dabei werden die Grenzwerte der Trinkwasserverordnung für die Zugabe von Chlordioxid eingehalten, so dass der laufende Betrieb der Anlage nicht unterbrochen wird. Neben der höheren Wirksamkeit ergibt sich noch ein weiterer Vorteil gegenüber Chlor: Chlordioxid bildet praktisch keine Chlorphenole (typischer „Chlorgeruch“) und ist somit wesentlich angenehmer für den Verbraucher.

Unsere Produktkombination FC 13 / FC 14

Sanierung und Dauerbehandlung

Bei unserem Produkt FC 13 handelt es sich um ein Zweikomponentensystem, das erst beim Anwender zur einsatzfertigen Dosierlösung angemischt wird. Da Chlordioxid sehr leicht flüchtig und instabil ist, kann nur so eine lange Haltbarkeit sowie eine hoher Chlordioxid-Anteil gewährleistet werden. Von 1-Komponenten-Fertigprodukten raten wir ab. Um nach der Behandlung die Neubildung von Legionellen und anderen Mikroorganismen zu unterdrücken, kann anschließend auf eine Nachbehandlung bzw. intervallmäßige Prophylaxe mit dem kostengünstigeren Produkt FC 14 (Chlorprodukt, in geringer Konzentration dosiert) umgestellt werden. FC 14 hat außerdem korrosionsschützende und härtestabilisierende Eigenschaften und ist somit ein ideales Folgeprodukt nach der Behandlung mit Chlordioxid.

Prophylaxe

In Lebensmittelbetrieben, Krankenhäusern, Kindergärten und anderen besonders empfindlichen Bereichen bietet sich in eine prophylaktische Behandlung an, um vor unliebsamen Überraschungen sicher zu sein. Hier reicht im Allgemeinen eine Stoßdosierung im Abstand von 3 – 4 Monaten mit FC 13 in den in der Trinkwasserverordnung zugelassenen Mengen aus.